Vorbericht zur 505er-Weltmeisterschaft vor Barbados

Monday, 22. April 2013

Ein erneuter Blick über den Tellerrand vor traumhafter Kulisse

Vorgestern bin ich hier auf Barbados gelandet und habe mich mittlerweile ganz gut akklimatisiert. Bei strahlendweißen Sandstränden vor türkisem Wasser und, für mich ja immer wichtig, extrem leckerem Obst, nicht so richtig schwierig. Der Regen trübt die Ansicht etwas, aber nicht die Freude.

Beklemmend ist allerdings die extreme Armut, die hier herrscht. Wir wohnen in einem einfachen, aber gutem Cottage ca. 3 km vom Club entfernt. Es gibt sehr viele verfallene Häuser, die eigentlich nur schwer bewohnbar sind. Und die bewohnten Häuser sind schwer gesichert, alle Geschäfte vergittert. Der Kontrast der Armut zu unserem Sport bedrückt. Auf dem Wasser allerdings fordert die Pfeife unsere vollständige Konzentration und duldet keine Ablenkung.

Den letzten Regatta-Abestecher in den 505er unternahm ich während der Kieler Woche im letzten Jahr mit Vorschoter Mathias Schoeler. Durch Materialbruch verpassten wir knapp das Treppchen und landeten auf dem vierten Rang - für mich als Neuling in der der Klasse eine tolle Erfahrung.

Nun wage ich mich an eine Weltmeisterschaft, zusammen mit Vorschoter Johannes Tellen, der einen reichen Schatz an Erfahrung mitbringt - er bestreitet bereits seine elfte Weltmeisterschaft in dieser Bootsklasse.

Da wir unsere Leistung als Team aber noch nicht wirklich einschätzen können, haben wir uns hier kein konkretes Ergebnisziel gesetzt. Unser Hauptaugenmerk wird während der Vorbereitungstage und auch während der WM selbst auf den unzähligen Trimmmöglichkeiten von Boot und Rigg liegen; wir wollen die gute Pfeife so optimal wie nur möglich in Fahrt bringen. Und da wir mit insgesamt 75 Teilnehmern an den Start gehen, werden wir alle Hände voll zu tun haben, uns in dem Feld taktisch klug zu behaupten. Wenn wir die beiden Ziele beharrlich verfolgen und die täglichen Lehren konsequent umsetzen, dann wird was Ordentliches dabei herauskommen - so denken wir uns das!

Am nächsten Samstag geht es mit der ersten von insgesamt neun Wettfahrten los. Ich werde in einigen Bereichen umdenken müssen: nicht nur dauern die Wettfahrten mit 2 - 2 1/2 Stunden deutlich länger, als ich es gewohnt bin; auch werden wir auf den alten Olympischen Dreieckskursen segeln. Die Kreuzen bekommen auf diesem Kurs eine wesentlich größere Bedeutung als auf den aktuellen Olympischen Trapez-Kursen - sie sind länger und auch das Ziel ist in Windrichtung ausgelegt. Und auch der Start wird nicht zwischen zwei Peilschiffen vonstatten gehen, sondern als Torstart gefahren. Das kenne ich eigentlich nur aus dem Laser-Training, wenn ein Schiff vor dem Feld wegfährt und alle anderen auf entgegengesetztem Bug so dicht wie möglich hinter dem Heck durchfahren müssen. Ich bin sehr gespannt!

Ich halte Euch wie gewohnt auf dem Laufenden - alle aktuellen Ergebnisse findet Ihr unter untenstehendem Link.

Karibische Grüße

Tobi

 

 


 

 

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