Training auf dem Traumrevier

Saturday, 22. April 2017

Sisonvorbereitung als Steuermann des NRV BUNDESLIGA TEAMS am Gardasee

Strahlender Sonnenschein, eine von Schaumkronen bedeckte Wasseroberfläche und das die besten Teams der Segelbundesliga nur wenige Meter entfernt. Als wenn das noch nicht genug wäre bewegen wir uns mit voller Fahrt auf eine Meterhohe Felswand zu. Und wir haben keine Absicht das zu ändern, wir wollen sogar noch näher ran. Ran an den stärkeren Wind, bzw. die dunklen Flecken auf dem Wasser.Der Wind ist so stark, dass ich trotz Einsatz aller mir möglichen Trimminstrumente das Großsegel nicht vollkommen kontrollieren kann. Bei den stärkeren Böen schlägt es unkontrolliert durch macht das präzise Steuern schwierig. Gleichzeitig sagt mir Malte, unser Vorschiffsmann an, dass es noch 15 Sekunden bis zur Wand sind. Wir werden erst wenige Meter vor der Wand wenden, weil ich dort den stärksten Wind erwarte. Mein Blick bleibt im Segel weil meine Aufgabe im Moment nur die Bootsgeschwindigkeit ist. Malte weiß, wann er mir die Wende ansagen muss. So entsteht belastbares Vertrauen in unserer Mannschaft und deswegen sind wir an den Gardasee gereist. Gleichzeitig kämpfen auch die anderen Teams um die beste Position auf dem Wasser. So entstehen denkbar knappe Trainingssituation. Immer mit dem Risiko bei einem kleinen Fehler die Boote ernsthaft zu beschädigen. 

So habe ich also meine Ostertage verbracht und ich fand es großartig.  

Zusammen mit dem Team vom NRV Team den zwei J70 Schiffen „Helga“ und „Eberhard“ zur Vorbereitung auf die Segel-Bundesliga Saison nach Torbole an den Gardasee. 

Unsere Trainingspartner waren ebenfalls mit zwei Schiffen angereist - der VSaW, der Lindauer Yacht Club und der Bayrische Yacht Club. Damit waren die Nummer zwei bis fünf der letzten Saison mit dabei. 

Der Titelverteidiger vom letzten Jahr, der DTYC, trainierte übrigens auch zeitgleich am Gardasee. Er war aber nicht Teil unserer Trainingsgruppe,  sondern drehte alleine seine Runden. Ob das gut war wird sich zeigen. Ich habe nicht vor den Titel kampflos abzugeben. 

Auf dem Wasser ging es entsprechend eng zu. Alle Teams waren sehr motiviert und obwohl es keiner laut ausgesprochen hatte, war klar zu spüren, dass jede der Mannschaften wieder Großes in dieser Saison plant. Das Niveau steigt von Jahr zu Jahr.

Trainiert wurden wir von Irene Bezzi, einer italienischen Spezialistin für die J70. Sie hat schon mit zahlreichen Profi Crews zusammen gearbeitet und uns auch den einen oder anderen Trick speziell für die J70 beigebracht.

Inhaltlich stand für uns die Kommunikation im Team und die Taktik auf engem Raum im Fokus. Der Gardasee ist hierfür ein top Revier. Der starke Wind erhöht die Entscheidungsgeschwindigkeit so sehr, dass gemeinsame Antizipation der Manöver verlangt ist. Reagieren wird meistens hart bestraft, insbesondere in einer so starken Trainingsgruppe. Neben den kurzen und engen Rennen mit vielen Manövern wurden aber auch längere Kreuzen und Downwind-Kurse in den Trainingsplan integriert, um Trimm und Bootsspeed zu optimieren. Wir konnten uns über die Tage kontinuierlich steigern und reisen mit dem guten Gefühl ab, dass wir uns keinesfalls vor der Konkurrenz verstecken müssen.

Zusammen mit dem Leichtwindtraining auf Malta im Februar und den Wassertagen auf der Alster und in Glücksburg sind wir jetzt gut und vollständig vorbereitet für die Saison. 

Ein großes Dankeschön an die zahlreichen Supporter aus dem NRV. Dank Ihrer großzügigen Unterstützung konnten wir uns gut vorbereiten und freuen uns jetzt alle auf die sechs Spieltage der diesjährigen Bundesliga. 

 

In zwei Wochen startet die Saison mit dem ersten Spieltag am Chiemsee. Dort wird Carsten Kemmling das Steuer übernehmen. 

Ich werde erst beim zweiten Spieltag über Himmelfahrt am Bodensee an den Start gehen. Bis dahin heisst es also Daumen drücken und fleißig weiter trainieren - mehr mental als wirklich auf dem Wasser. Aber mit der richtigen Technik ist das auch eine sehr wirkungsvolle Methode. 

 


 

 

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